Struwwelpeter – Deutsche Bühne Ungarn (2014)

Das Werk von Heinrich Hoffmann wurde 1845 als Bilderbuch für die Kinder des Autors geschrieben. Der Psychiater aus Frankfurt hat zu Weihnachten etwas Interessantes und Nützliches für seine Kinder gesucht, umsonst. Er hat das erziehende und gleichzeitig unterhaltende Buch, das er seinen Kindern gern geschenkt hätte, nicht gefunden. Deshalb hat er eigens eins geschrieben. Und das Buch wurde sehr persönlich, ehrlich, es ist mit solcher Direktheit durchdrungen, die einen nur dann übekommt, wenn man sich ganz ungezwungen mit seinen Kindern unterhält und mit ihnen Blödsinn macht. Man denkt nicht daran, dass es die ganze Welt sehen und einschätzen wird. Aber mit diesem Buch ist genau das passiert. Es kam aus der Familie und wurde eins von den meistbekannten Kinderbüchern Deutschland’s. Und von da an konnte nicht nur die Familie Hoffmann über das schmähliche Ende des am Daumen lutschenden Jungen lachen. Nicht nur die kleine Suze wurde ganz ernst, als ihr die Geschichte des kleinen Mädchens erzählt wurde, das mit dem Feuer spielte.
Hoffman schrieb 10 Kurzgeschichten um den kleinen Jungen Struwwelpeter. Er ist ein emblematischer Junge, der da er seine Fingernägel nicht abschneiden und seine Haare nicht kämmen ließ, als fürchterliches und abschreckendes Beispiel dem Leser dient. So steht er schon am Anfang des Buches ganz struwwelig und mit meterlangen Fingernägeln da, schon darauf hinweisend, dass die folgenden Geschichten alle fürchterlich und abschreckend sein werden. Sie werden es sein. Der Junge, der immer auf seinem Stuhl am Tisch schaukelt wird einmal den Tisch umstoßen und der Junge, der alle schlägt, einmal auf einen stärkeren trifft und dann wird er selbst zum Opfer. Die Helden aller Geschichten bekommen als Folge ihres eigenen Handelns ihr gut verdientes schmähliches Ende und der durch das Lesen klug gewordene Leser kann auf dem Weg des klaren Verstands weitergehen.
Wir planen, die Vorstellung mit Live-Musik, modernen Melodien und technischen Tricks (schwarzes Theater, UV-Lampe, chinesische Requisiten) auszuführen. Die eigens zum Stück geschriebenen Lieder von Zoltán Samu Csernák variieren in ihrer Stimmung und ihrem Stil mit den 10 kurzen Episoden. Es wird unter anderem Walzer, Klaviersonaten aber auch moderen Rock&Roll geben.

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